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Raúl Illarramendi

GALERIE KARSTEN GREVE KÖLN

Offering n°9, Offering n°8 und Offering n°5, 2019, Gouache und Buntstift auf Acrylharz, jeweils ca. 178 x 128 x 5 cm / 70 x 50 1/2 x 2 in
 
"Offerings"
06. September - 19. Oktober 2019
Vernissage am Freitag, 06. September 2019, 18 – 20 Uhr
im Rahmen des Galerierundgangs der DC OPEN und
in Anwesenheit des Künstlers.

 

Die Galerie Karsten Greve freut sich, parallel zu den DÜSSELDORF COLOGNE-OPEN GALLERIES 2019 zum zweiten Mal eine umfassende Einzelausstellung mit Werken des gebürtigen Venezolaners Raúl Illarramendi, in Köln zu präsentieren und zeigt seine jüngst entstandenen Werkserien.

 

Das faszinierende Œuvre Raúl Illarramendis beeindruckt durch die ästhetisch perfekte Darstellung von Oberflächen, in die sich Benutzungs- und Abnutzungspuren eingeschrieben haben. Seine Werke fallen ins Auge aufgrund einer unüblichen Zeichentechnik, bei der auf akribische Art und Weise neue Möglichkeiten der Wiedergabe eines spontanen Seherlebnisses aufgezeigt werden. Der Künstler visualisiert Spuren, zufällige Bewegungen und Gesten, anonyme Zeichnungen oder Markierungen. Als Vorlage dienen Schnappschüsse, die zumeist auf seinen Stadtspaziergängen und Streifzügen durch urbane Räume entstanden. Es handelt sich dabei um zufällig entdeckte Situationen, deren ästhetische Ausstrahlung Raúl Illarramendi für bildwürdig hält. Er reproduziert sie in der Absicht, ein neues Bild zu schaffen, das nicht nur einen Bezug zum Abstrakten aufweist, sondern auch an historische Maltraditionen wie die Stuck- und Fauxmalerei anknüpft. Die Spuren, die Zeugnisse und Zeichen des zuvor Dagewesenen oder einer Handlung sind, werden vom Künstler katalogisiert und ins Bild umgesetzt.

 

Raúl Illarramendi, 1982 in Caracas, Venezuela, geboren, begann seine künstlerische Laufbahn als Assistent des Malers Félix Perdomo, der als Professor für Zeichnung und Malerei an der Kunsthochschule Cristobal Rojas in Caracas wirkte. Raúl Illarramendi wurde Mitglied der Künstlergruppe Circulo De Dibujo del Museo de Arte Contemporáneo de Caracas Sofía Imber. An der University of Southern Indiana in Evansville, USA, studierte er Bildende Kunst und Kunstgeschichte. Anschließend wechselte er an die Université Jean Monet in St. Étienne, Frankreich, um dort seinen Master of Fine Arts zu erlangen. Die Arbeiten des mit Stipendien und Preisen (2018/19 Jean Chevalier Prize; 2004 National Prize, USA) bedachten jungen venezolanischen Künstlers werden regelmäßig in Einzel- und Gruppenausstellungen in Europa, Lateinamerika und den USA gezeigt. Seit 2013 vertritt und präsentiert die Galerie Karsten Greve den Künstler weltweit. Das Centro de Artes Visuales-Fundación Helga de Alvear in Madrid, Spanien und der Stichting Paul von Rensch Art Foundation, Niederlande, haben seine Werke für ihre Sammlungen erworben. Der Künstler lebt und arbeitet in seiner Wahlheimat Méru, Frankreich.

 

Die aktuelle Ausstellung Raúl Illarramendi Offerings in der Galerie Karsten Greve in Köln zeigt zwei neu entstandene Werkserien, Offering no1 – 12 und Offering Fragment no1 – 13. Als Ausgangspunkt diente dieses Mal ein historisches Schwarzweißfoto, das die Silhouette eines Doppelkreuzes im Asphalt zeigt. Es handelt sich dabei um den Abdruck des gusseisernen Doppelkreuzes, das am 29. Juli 1967 während eines verheerenden Erdbebens vom Giebel der Kathedrale in Caracas zu Boden stürzte. Wie durch ein Wunder hatte das Kreuz nicht nur seine Spuren im Asphalt hinterlassen, sondern brachte beim Aufprall das Erdbeben zum Stillstand – so die Überlieferung. Der exakte Abdruck der Kreuz-Silhouette diente Raúl Illarramendi als eine Art Schablone für die Serie Offerings no1 – 12, die zwölf großformatigen Bilder auf Acrylharz umfasst. Das Flachrelief aus Acrylharz wurde unter Verwendung von Gouache und Wasser sowie Buntstiften bearbeitet. Das Farbspektrum wählte der Künstler in Reaktion oder harmonischer Entsprechung zu weiteren fotografischen Vorlagen. Gezeigt wird beispielsweise die Wirkung der farbigen Reflexionen eines von Licht durchschienenen farbigen Glasfensters auf den Kircheninnenraum, in dem der Abdruck des Kreuzes aufbewahrt wird. Ebenso wie im religiösen Glauben und in der Volksfrömmigkeit dem Abdruck eines Kreuzes als Votivbild heilende Kräfte zugeschrieben werden, versteht Raúl Illarramendi seine Arbeiten als Opfer (Offerings) und zugleich als Hoffnungsträger für eine künftige Beendigung der Venezuela-Krise.

 

Begleitend zur Ausstellung erscheint ein Katalog mit Texten von Félix Suazo und Raúl Illaramendi. 

 

Siehe auch: https://www.monopol-magazin.de/raul-illarramendi

 
 
 
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