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Pierrette Bloch

Installationsansicht der Ausstellung "Accrochage"
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  • Installationsansicht der Ausstellung "Accrochage"
  • Installationsansicht der Ausstellung "Accrochage"
  • Installationsansicht der Ausstellung "Accrochage", hier mit Werken von Loïc Le Groumellec
  • Installationsansicht der Ausstellung "Accrochage"
  • Pierrette Bloch, Untitled, 1987, Ink on paper (Canson), 50 x 65 cm
GALERIE KARSTEN GREVE PARIS CÔTÉ RUE

Accrochage
ab dem 23. Januar 2020
 
Pierrette Bloch (1928 in Paris geboren) hat ein Werk geschaffen, das tief in der Zeichenkunst verwurzelt ist und ihr eigenes sensibles Gespür für die Kunst des Zeichnens widerspiegelt. Ihr Werk basiert auf der Wiederholung eines schöpferischen Aktes, der nie ganz gleich ist - ein ungehemmter Akt, der nach Spontaneität und Zufälligkeit sucht. Die dreidimensionalen Rosshaarlinien sind kraftvolle visuelle Aussagen, teils Skulptur, teils Zeichnung, wobei das handgeknüpfte Rosshaar Schrägstriche der Textur bildet, die die Zeichnung interpunktieren und durch ihre eigenen Schatten an der Wand widerhallen. Der Besucher erlebt die Rosshaarsträhnen als Momente des Stillstands, wenn sich der Faden wie ein japanisches Haiku auf einem leeren Blatt gegen die weiße Wand wickelt.
Selten von der Horizontalen abweichend, komponiert sie mit einfachen Materialien wie Tinte, Buntstift und Pastell eine Bildpartitur aus Stille und schwebenden Soli, Pausen und Ostinatos, unerwarteten Stößen und meditativen Passagen. In den Arbeiten mit Tusche auf Papier - Materialien, die sie seit 1971 systematisch einsetzt - sind die Spuren der Tusche und die Oberfläche des leer gelassenen Papiers gleichwertig, das Ganze verdankt seinen künstlerischen Wert dem Verhältnis von Schwarz und Weiß, Fülle und Leere. Die Formen, die durch eine Reihe sich ständig wiederholender kreativer Akte entstehen, die nie ganz das gleiche Ergebnis bringen, erstrecken sich in einer endlosen Kombination von Vielfachen über den Raum und fordern unser Verständnis von Zeit und Raum heraus. Das daraus resultierende Werk ist fast in einem Schwebezustand, seine Expressivität in der Schwebe.
Schwarz, die dominierende Farbe in den Kompositionen von Pierrette Bloch, prägt das Medium und schimmert in einer grenzenlosen Palette von Farbtönen, die durch Zufall entstehen - hier ein Wassertropfen mehr oder weniger, dort ein leichtes Zittern in den Fingern oder ein etwas schwererer Schlag der Hand. Das große Gefühl der Freiheit, das in diesen Werken mitschwingt, liegt im Rhythmus der Formen, in den Verschiebungen der Tonalität innerhalb einer streng begrenzten Palette und in den Variationen eines bestimmten Symbols, das fast aggressiv ist, wenn der Pinsel voller Tinte oder der Buntstift versucht, der rauen Oberfläche der Hartplatte seine eigene Identität einzuprägen.
Pierrette Blochs neuere Arbeiten erforschen die Freuden des Weiß, indem sie weiße Tinte auf Transparentpapier verwendet, um mit den schwankenden Farbtönen einer (Nicht-)Farbe zu spielen, die am häufigsten mit der Leere assoziiert wird. In Blochs Werken sollte die Leere jedoch nie für bare Münze genommen werden. Sie hat immer ihr eigenes Gewicht in der Balance der Komposition, mit einer fast physischen Präsenz. Weiß hat auch die Farbe Schwarz als Farbe der Handlung ersetzt und spielt mit der Vergangenheit: Das Papier ist jetzt schwarz, während sich die Symbole aus Pastell, Kreide und weißer Tinte wie Vogelspuren zart über seine Oberfläche wälzen. Das Zutun der Künstlerin ist leichter geworden. Ihre Zeichnungen sind auf die reinste Essenz reduziert und behalten doch ihre ganze Vitalität, wobei die Arbeiten von 2015 und 2016 in Weiß auf schwarzem Papier eine neue Note in ihr Oeuvre einbringen.

 
 
 
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