Sie sind hier

BIOGRAFIE

Wols, Selbstporträt (Wols grimassierend), 1940-41

 
Im Sehen soll man sich nicht darauf versteifen, was man aus dem, was man sieht, machen könnte. Man soll sehen, was ist.“ (Wols)
 
Alfred Otto Wolfgang Schulze, dessen Künstlername auf ein Telegramm von 1937 zurückführt, welches seinen Namen auf 'WOLS' verkürzte, verließ 1932 im Alter von 19 Jahren Deutschland, um in Paris am künstlerischen Puls der Zeit zu sein. Im engen Kontakt mit den großen Künstlern und Dichtern des Paris der 1930er Jahre beginnt er seine künstlerische Karriere als Autodidakt mit dem Medium der Fotografie. Mitte der 1930er Jahre entstehen unter dem Einfluss des Pariser Surrealismus erste Zeichnungen und Aquarelle. Hier kündigt sich seine intensive Suche nach neuen Bildwelten und Schaffensprozessen an. Im Laufe der Jahre wird Wols‘ Bildsprache zunehmend abstrakter.
 
1946 wendet er sich der Ölmalerei zu und folgt damit der Anregung des Kunsthändlers René Drouin, der 1947 vierzig Gemälde in seiner Galerie präsentiert und Wols damit einem breiteren Publikum zugänglich macht. In den reliefartigen Oberflächentexturen dieser Werke findet seine außergewöhnliche Formsprache ihren Höhepunkt. Der Charakter seiner Arbeiten beruht auf den übereinander gelegten Farbschichten und auf der Grattage-Technik, mit der Wols die oberste Schicht bearbeitete. Seine Gemälde gelten als Wegbereiter des Informel und Tachismus, welche die europäische Kunst während und nach den 1950er Jahren dominierte.
 
Wols wurde 1913 in Berlin geboren. Er starb 1951 an einer Lebensmittelvergiftung und wurde auf dem berühmten Pariser Friedhof Père Lachaise beigesetzt. Posthum nahm Wols an den ersten drei documenta-Ausstellungen in den Jahren 1954, 1959 und 1964 teil und wird zudem auf der Biennale von Venedig im Jahre 1958 präsentiert, auf die zahlreichen Einzelausstellungen in international renommierten Häusern folgen. Zum 100. Geburtstag würdigten die Menil Collection, Houston, und die Kunsthalle Bremen Wols' wichtiges Œuvre mit einer umfassenden Retrospektive.

Theme by Danetsoft and Danang Probo Sayekti inspired by Maksimer