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BIOGRAFIE

Roger Ballen, 2014 © Marguerite Rossouw

 
Der gebürtige New Yorker Roger Ballen, der bereits seit über 30 Jahren in Südafrika lebt und arbeitet, zählt zu den anerkanntesten und innovativsten Fotografen seiner Generation.  
 
Der Sohn eines Magnum Bildredakteurs war dreizehn Jahre alt, als seine Auseinandersetzung mit der Fotografie begann. Nachdem er ein Studium der Psychologie an der University of California, Berkeley, 1972 abgeschlossen hatte, erlangte Ballen 1982 einen Doktorgrad im Fachbereich Ökonomie natürlicher Ressourcen. Zu diesem Zeitpunkt beschloss Ballen, eine 6 x6 Rolleiflex zu erwerben. Das quadratische Maß dieser Kamera ist bestimmend für seine gesamte fotografische Arbeit, da dieses Format sich für die gleichmäßige Wiedergabe aller Seiten am besten eignet.
 
Als Anhänger der Schwarz-Weiß-Fotografie und Meister dieses Mediums, gebraucht Roger Ballen seine Kamera, um etwas gleichermaßen Unfassbares wie Radikales zu erfassen: die Psyche. Bildanordnungen werden zunächst kulissenhaft aufgebaut und dann fotografiert. Die künstlerische Absicht Ballens lässt sie zu Manifestationen verborgener Ebenen des Selbst werden. Archetypen treten, mehr oder weniger abrupt, an die Oberfläche und beherrschen die Bildwelten. Gleichermaßen unbestimmbar und geheimnisvoll als auch plötzlich und explizit eröffnen die Werke Roger Ballens Offenbarungen, Momente, in denen das Unbegreifliche plötzlich greifbar wird.
 
Roger Ballen wurde 1950 in New York geboren. 1982 siedelte er nach Johannesburg über, wo er bis heute lebt und arbeitet. Sein erstes Fotobuch Boyhood wurde Ende der 1970er Jahre veröffentlicht, gefolgt von Dorps (1986), Platteland (1994) und Outland (2001) unter anderen. Seine jüngste Serie The Asylum of the Birds, wurde im Verlag Thames & Hudson im März 2014 publiziert. Vielfach ausgezeichnet, wurde Roger Ballen u.a. mit dem Preis des Festivals Les Rencontres d´Arles (2002) sowie dem Art Directors Club Award (2006) gewürdigt. Sein Video I Fink U Freeky gewann beim portugiesischen Festival Short Vila do Conde International Film Festival 2012 den ersten Preis. Roger Ballens Werk ist in zahlreichen Sammlungen vertreten, unter anderem in der Tate Britain und dem Victoria and Albert Museum, London, sowie der Maison Européene de la Photographie in Paris.

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