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BIOGRAFIE

Louise Bourgeois, 2003, Photo: © Nanda Lanfranco

 
Es gibt wohl kaum eine Gegenwartskünstlerin, die ihre Gefühlswelt so konsequent in ihr Werk einbezieht wie Louise Bourgeois. Dem mit Worten nur unzulänglich Darstellbaren gibt sie mit ihrer Kunst eine konkrete Form und lässt die Außenwelt an ihrem Innersten teilhaben. Die Themen, die sie beschäftigen, sind gleichsam menschliche Grundthemen wie Geburt und Tod, Angst und Liebe, der menschliche Körper und Sexualität. Daher sind ihre Werke intuitiv verständlich, wenngleich sie durch ihre Vielschichtigkeit rätselhaft bleiben. Oftmals verwendet sie Symbole und Metaphern, mit denen sie offenkundige Deutungen anbietet. Gleichzeitig lässt Bourgeois den Betrachter jedoch im Unklaren darüber, ob sich durch seine Interpretation das Kunstwerk tatsächlich in seiner vollen Dimension erschließt. Die Vielfältigkeit der angewandten Techniken und Materialien unterstreicht die experimentelle Offenheit im Werk der Künstlerin. Sie beschränkt sich nicht ausschließlich auf eine Disziplin, sondern bezieht Bildhauerei, Malerei und Zeichnung gleichermaßen mit ein.
 
Louise Bourgeois wurde 1911 in Paris geboren. Ihre Arbeiten fanden zunächst in den USA Beachtung, insbesondere in New York, wo sie seit 1938 lebte. 1982 widmete ihr das Museum of Modern Art die erste Retrospektive, auf die weitere Ausstellungen in den USA sowie ab 1989 auch in Europa folgten. Breite internationale Aufmerksamkeit erlangte Bourgeois durch ihre Teilnahme an der documenta 9 im Jahr 1992 sowie an der Biennale in Venedig 1993. Heute zählt sie zu den international renommiertesten Künstlerinnen. Zahlreiche Museen weltweit würdigten ihr Œuvre mit bedeutenden Einzelausstellungen. Louise Bourgeois verstarb 2010 in New York.

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