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BIOGRAFIE

Louis Soutter, Potentats d'Imfirmités, 1937-1942

 
Die Bildwelten des Künstlers Louis Soutter (1871-1942) kreisen um elementare Themen wie die Auseinandersetzung mit der menschlichen Natur, dem Tod und der Frage nach dessen möglicher Überwindung. Die Passion Christi, insbesondere die Kreuzigung, gewinnt zentrale Bedeutung und wird in zahlreichen Arbeiten dargestellt. Tanzende, gestikulierende, selten statische Figurenkompositionen zeigt er in restriktiver Farbökonomie, häufig in schwarzer Tusche. Sie muten in ihrer stark abstrahierten Darstellung nahezu obsessiv und archaisch an. Dafür bediente sich Soutter einer besonderen Technik: Er trug, nachdem er 15 Jahre lang mit Tuschfeder gemalt und gezeichnet hatte, die Farbe direkt mit dem Finger auf den Bildträger auf. Dabei verwendete er zumeist Tusche, Gouache, selten Öl, auf Papier. Diese Unmittelbarkeit des Farbauftrags unterstreicht den stark expressiven Charakter seiner Bildwelten. In der neueren Kunstgeschichte war zuvor das Zeichnen und Malen mit den Fingern weithin unbekannt.
 
Geboren 1871 in Morges im Schweizer Kanton Waadt, studierte Louis Soutter, ein Cousin von Le Corbusier, Ingenieurwesen in Lausanne, Architektur in Genf, Violine in Brüssel sowie Malerei in Lausanne und Paris. 1897 verließ er mit seiner amerikanischen Ehefrau Madge Fursman die Schweiz, um in den USA Violin- und Zeichenunterricht zu geben. Schon im darauffolgenden Jahr wurde er zum künstlerischen Direktor der Universität in Colorado benannt. Erste Gruppenausstellungen folgten. 1903 kehrte Louis Soutter in seine Heimat zurück. Sein Gesundheitszustand verschlechterte sich im Laufe der Jahre zusehends. 1923 wurde er schließlich in ein Heim für Alte und Bedürftige in Ballaigues eingewiesen, wo er die restlichen 19 Jahre seines Lebens weitgehend isoliert von der Außenwelt verbrachte. Während dieser Zeit entstand ein ebenso vielseitiges wie umfangreiches Œuvre. Insbesondere der 1937 begonnenen Werkgruppe Peintures au doigt wird - nachdem sie jahrzehntelang relativ unbeachtet blieb - eine Schlüsselposition in der Kunstgeschichte des 20. Jahrhunderts zugedacht. Louis Soutter verstarb 1942 in Ballaigues.

 

 
 
 
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