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Jean-Michel Othoniel

BIOGRAFIE

Jean-Michel Othoniel, Basel, 2012

 
Der französische Künstler Jean-Michel Othoniel hat mit seinen märchenhaften Installationen aus Murano-Glas seit dem Ende der 1990er Jahre die Aufmerksamkeit eines internationalen Publikums gewonnen. Als besonders reizvoll stellt sich die Beschaffenheit des Glases mit seinen absichtlich zugelassenen Einschlüssen und der ungleichmäßigen, das Licht reflektierenden Oberfläche heraus, die den Betrachter zum Berühren und Hindurchschauen verleitet und durch die verzerrte Wahrnehmung in eine andere Realität führt.
 
Die anziehende Ästhetik seiner Arbeiten fungiert für Othoniel als wichtiges Instrument, um den Dialog mit dem Betrachter zu eröffnen, aber das Schillernde, Glitzernde und Funkelnde ist gleichzeitig Trug, bewirken die Werke doch in ihrem Gleißen eine Art Blendung und damit auch Verblendung des Betrachters. Othoniel hat die Schönheit stets als "Blickfalle" ausgelegt. (Bernard Marcadé), während die Arbeiten verschiedene Bedeutungsebenen umfassen, die sich von erotischen Assoziationen über die Suggestion von kostbarsten Materialien bis zur Verwirrung durch die überproportionalen Formate erstreckt.
 
Jean-Michel Othoniel wurde 1964 in Saint-Étienne, Frankreich, geboren. 1993 beginnt er erstmalig mit Glas zu arbeiten. 1995/1996 verbringt er ein Jahr als Stipendiat in der Villa Medici an der Académie de France in Rom. Im Jahr 2000 gestaltet Othoniel den Eingang zur Metrostation 'Palais Royal - Musée du Louvre' in Paris mit der berühmt gewordenen Installation Le Kiosque des Noctambules. Internationale Einzelausstellungen wurden ihm u.a. in der Peggy Guggenheim Collection in Venedig 1997 und 2006 sowie im PS1 in New York im Jahr 1998 gewidmet. Die Retrospektive My Way wurde nach der Eröffnung im Centre Georges Pompidou in Paris 2011 auch im Leeum Samsung Museum, Seoul, im Hara Museum of Contemporary Art, Tokyo, im Macau Museum of Art sowie im Brooklyn Museum in New York gezeigt. Jean-Michel Othoniel lebt und arbeitet in Paris.

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