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BIOGRAFIE

Jean Dubuffet, Vence, 1959 - Archives Fondation Dubuffet, Paris © Photograph by John Craven

 
Geboren 1901 im französischen Le Havre, galt Jean Dubuffets Interesse bereits früh der bildenden Kunst, so dass eine Reise nach Paris im Jahr 1918 mit der Absicht verbunden war, Maler zu werden. Dubuffet besuchte sechs Monate lang Malkurse an der Académie Julian, gab dann aber das Studium wieder auf. Nach einer Reise nach Lausanne und der Ableistung seines Militärdienstes kehrte er 1925 nach Le Havre zurück und betätigte sich zunächst im Weinhandel. Erst 1942 entschied sich Dubuffet endgültig für die Kunst.
 
Unter dem tiefen Eindruck der von bildnerischem Denken völlig freien und unverstellten Ausdrucksformen von geisteskranken Kindern und der Lebensformen primitiver Völker folgte Jean Dubuffet in seiner Kunst den Surrealisten in ihrer Ablehnung der ästhetischen und moralischen Wertvorstellungen der westlichen Kultur. Weite Bekanntheit erreichte Jean Dubuffet durch die maßgebliche Definition der Art Brut als eigenständige Kunstform, wie er sie 1945 in einem Brief an Charles Ladame umriss: "Zeichnungen, Gemälde, Kunstwerke aller Art, die von Unbekannten, von Besessenen geschaffen wurden, die durch spontane Impulse entstanden, die von Phantasie und Tollheit beseelt sind und sich nicht in den alten Gleisen der katalogisierten Kunst bewegen." Aus diesen Grundgedanken entwickelte Jean Dubuffet im Laufe der Jahre eine Kunsttheorie, die sein malerisches und zeichnerisches Schaffen eindrucksvoll ergänzt. Dubuffet lehnte traditionelle Schönheitsideale ab und erschuf Kunstwerke, die bewusst anti-psychologisch und unpersönlich waren. Dabei experimentierte er mit einer Reihe von Materialien, von Ölfarbe mit Sand gemischt bis hin zu Polystyrol.
 
Jean Dubuffets ebenso facettenreiches wie eindrucksvolles Werk wurde noch zu Lebzeiten in einer Retrospektive in Paris, Hannover und Zürich sowie in weiteren internationalen Ausstellungen gezeigt. Dubuffets Arbeiten befinden sich in zahlreichen führenden Sammlungen weltweit, u.a. im Centre Georges Pompidou in Paris, dem Museum of Modern Art in New York und der Tate Gallery in London. Jean Dubuffet verstarb 1985 in Paris, nachdem er bereits 1973 die Fondation Dubuffet selbst gegründet hatte, die bis heute seinen Nachlass verwaltet.

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