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Claire Morgan

Claire Morgan
Claire Morgan
Galerie Karsten Greve AG St. Moritz
GALERIE KARSTEN GREVE AG ST. MORITZ

Recurring Truths
10. Februar - 31. März 2018
 
Vernissage: Samstag, 10. Februar 2018, 18 - 20 Uhr
in Anwesenheit der Künstlerin
 
Die Galerie Karsten Greve präsentiert mit "Recurring Truths" die erste Ausstellung von Claire Morgan in St. Moritz. Die bildende Künstlerin irischer Herkunft zählt zu den international anerkanntesten Protagonisten im aktuellen weltweiten Kunstkontext. Die aktuelle Ausstellung umfasst sowohl Installationen - teils frei im Raum hängend, teils in Vitrinen enthalten - sowie begleitende Zeichnungen und vorbereitende Studien.
 
In ihren Werken inszeniert Claire Morgan dramatische Interaktionen zwischen Tier und Natur. Dabei gebraucht sie einen Naturbegriff, der von ihrem ausgeprägten Umweltbewusstsein durchdrungen ist und den schonungslosen Umgang des Menschen mit den Ressourcen des Planeten beinhaltet. Ich untersuche Situationen, in denen die  Natur auf Herausforderungen reagiert, die durch uns und unsere Nebenprodukte verursacht werden. (Morgan) Protagonisten von Morgans Szenarien sind von ihr fachkundig präparierte Tiere, die –auch stellvertretend für den Menschen– in der Gegenüberstellung mit ihrer Umgebung die Wechselbeziehung zwischen Lebewesen und Habitat als äußerst fragiles System veranschaulichen.
 
Die hochästhetischen Arrangements von Morgan veranschaulichen sowohl das Konfliktpotenzial, das in der Auseinandersetzung mit einer nunmehr künstlich geprägten Umwelt gegeben ist, als auch die Möglichkeit der gleichberechtigten Koexistenz von Natur und Kultur. Zugleich schließt Morgans Naturbegriff den natürlichen Kreislauf zwischen Leben und Tod, Werden und Vergehen ein, so dass ihre Werke als zeitgenössische Vanitas Vanitas Darstellungen aufgefasst werden können. Durchdrungen von der Annahme, …dass wir nichts sind, dass unsere einzige Sicherheit als Individuen eine unbestimmbare Lebensdauer und der anschließende Tod ist. (Morgan) verweisen die Werke auf die im Ausstellungstitel Recurring Truths genannten, sich wiederholenden, unausweichlichen Wahrheiten der Existenz.

Das widersprüchliche Wesen der Taxidermie, welches Claire Morgan mit ihren eigenen Händen durchführt, liegt in dem Streben, das Tote lebendig zu erhalten. Diese Ambivalenz bestimmt Morgan´s gesamtes Werk: In ihren Zeichnungen, wie auch in ihren Gemälden, werden die Überreste der Präparation selbst zum Material für den künstlerisch-gestischen Ausdruck. Elemente wie Knochen, Körperflüssigkeiten sind in die Werke integriert, und verleihen ihnen eine symbolische Qualität – nicht zuletzt durch den assoziierten Bezug zu archaischen Opferritualen.
 
In ihren ausgewogenen, ätherisch wirkenden Installationen und Szenarien umgibt Morgan die Tierpräparate mit mathematisch genau berechneten Polygonen und Kugeln, sowie architektonisch anmutenden, symmetrischen Einheiten. Es sind hauchzarte Gespinste, die allesamt aus lichtdurchlässigen und schwerelosen Materialien wie Pusteblumensamen, Fruchtfliegen oder zerrissener Kunststofffolie gefertigt und auf feine Nylonfäden gezogen werden. Diese überempfindlichen Konstruktionen sind von Morgan meist wie schwebende Käfige oder Sphären angelegt, welche die Tiere oft wie in einem märchenhaften Dornröschenschlaf sanft umfangen.
 
Morgans Werke erweisen sich allesamt als kontemplative Kompositionen, in denen die Bewegung der Lebewesen angehalten wird um eine spirituelle, geistige Dimension jenseits der unmittelbar erfahrbaren Materialität zu eröffnen.

Claire Morgan wurde 1980 in Belfast (Nordirland) geboren und lebt und arbeitet in Gateshead in der Nähe von Newcastle upon Tyne (England). Ihre Arbeiten wurden in ganz Europa gezeigt, und sie hat zahlreiche öffentliche und private Aufträge erhalten. Nachdem Claire Morgan ihre Arbeit im Palais de Tokyo (Paris) gezeigt hatte, weihte sie 2010 ihre erste französische Galerieausstellung in der Galerie Karsten Greve ein. Bei dieser Gelegenheit zeigte sie zum ersten Mal ihre "Blutbilder": Arbeiten auf Papier, die das Taxidermie-Verfahren widerspiegeln. Seither wurde ihre Arbeit sowohl in Europa als auch in den USA gezeigt, wo sie an zahlreichen Ausstellungen teilgenommen hat. Die Installationen und Zeichnungen der Künstlerin sind Teil renommierter internationaler öffentlicher und privater Sammlungen geworden, darunter das Museum für alte und neue Kunst (MONA) in Australien; die Stiftung ALTANA in Deutschland; und die Sammlung Guerlain in Frankreich. Im Jahr 2017 organisierte das FRIST Center for Visual Arts in Nashville ihre erste Einzelausstellung in den USA. Die Fondation Francès in Senlis (Frankreich) widmete Claire Morgan in Zusammenarbeit mit der Galerie Karsten Greve 2017 eine Einzelausstellung.
 
 

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