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Norbert Prangenberg

Norbert Prangenberg: Arbeit 1980 – 2012
Norbert Prangenberg: Arbeit 1980 – 2012
Galerie Karsten Greve Köln

Arbeit 1980 – 2012
7. September - 3. November 2012

 

Die Galerie Karsten Greve widmet aus Anlass der 30jährigen Zusammenarbeit dem Künstler Norbert Prangenberg eine umfangreiche Werkschau mit Bildern und Skulpturen aus den 1980er Jahren bis zu den letzten Arbeiten aus 2012.

Prangenbergs frühen Zeichnungen und Bilder basieren auf einfachen Formen. Kreis, Raute, Quadrat, Oval und Dreieck verbinden sich durch die Bewegungskräfte des Malens zu spannungsvollen Bildkompositionen. Zunächst verleihen Pastell und Wasserfarbe den Bildern eine Materialität, die im Dualismus zwischen strahlend kräftigen und dunklen Farben hervortritt. Erst in den letzten Jahren entdeckt er die Ölmalerei. Auch hier nutzt er die Materialität durch pastosen Farbauftrag, der teilweise über den Bildrand hinausdrängt und die Bilder zu Objekten werden lässt. Die Farbkruste wird von unregelmäßig freigelassenen Stellen durchbrochen und gibt einen Blick auf den Farbgrund frei. In anderen Arbeiten bringt Norbert Prangenberg die Farbe auf Kupfer- und Zinkplatten auf, die im Zusammenspiel mit dem hindurchschimmernden Metall des Bildträgers eine transparente, ganz eigene Wirkung entfaltet. Allen gemeinsam ist ein ausgeprägter Pinselduktus, der das Auge des Betrachters über das Bild führt und zur allmählichen Erfassung beiträgt. Schließlich werden in dem Prozess der visuellen Wahrnehmung die vielfältigen und unvorhersehbaren Vorgänge des Malens nachvollzogen – „Die Malerei steht im Mittelpunkt, frei von Stilzuweisungen“.

 

Seit den 1980er Jahren beginnt Norbert Prangenberg mit seiner plastischen Arbeit. Die schon durch ihr Volumen herausragenden Keramiken erinnern an Gefäße, wie sie in der mediterranen Welt seit der Antike in Gebrauch sind. Die intensive Bearbeitung der Oberfläche gibt ihnen zusammen mit einem variantenreichen Gebrauch der Farbe ihr charakteristisches Aussehen, verbunden mit einer Mächtigkeit und Plastizität von unverwechselbarem visuellen Gewicht. Neben den großen Amphoren und Figuren zeigen die kleinen Majolikaarbeiten diese reizvolle Spannung zwischen rauer Oberfläche mit Spuren der Bearbeitung durch die formende Hand und der Kostbarkeit glänzender farbiger Glasurbemalung besonders reich.

 

Norbert Prangenberg wurde 1949 in Rommerskirchen-Nettesheim geboren. Noch während seiner Ausbildung zum Gold- und Silberschmied entstehen 1965 erste Holzschnitte und Zeichnungen sowie ab 1979 Skulpturen. Seit den 80er Jahren erlangte er durch seine Teilnahme an der documenta 7 in Kassel international Bekanntheit. Es folgten zahlreiche Einzelausstellungen seiner Gemälde, Skulpturen, Linolschnitte und Zeichnungen in Museen und Kunstvereinen, u.a. in Bonn, Bochum, Bremen, Essen, Stuttgart, Münster, Krefeld und Karlsruhe sowie jüngst im Kunstverein Lippstadt und im Kunstmuseum Kloster Unser Lieben Frauen Magdeburg. Seine Arbeiten befinden sich in zahlreichen bedeutenden öffentlichen und privaten Sammlungen. Seit 1993 leitete er die international renommierte Klasse für Keramik und Glas an der Kunstakademie München. Norbert Prangenberg ist am Freitag, den 29. Juni 2012, nach schwerer Krankheit im Alter von 63 Jahren in Rommerskirchen gestorben.

 

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