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Eugène Atget

BIOGRAFIE

Eugène Atget, Saint-Cloud, 1906

 
Anknüpfend an die Tradition der großen Stadt- und Dokumentarphotographie, die sich in den fünfziger Jahren des 19. Jahrhunderts in Paris etablierte, richtete Eugène Atget (1857-1927) seine Kamera seit Ende der 1890er Jahre bis zu seinem Tod 1927 auf Sujets des alten Paris und seiner Umgebung, insbesondere die Gärten von Versailles und Saint-Cloud. Mit seinem unverwechselbaren photographischen Œuvre avancierte Atget zu einem der bedeutendsten Pioniere der Fotografie. Sein Werk zeichnet sich durch eine eindeutige Handschrift aus. In Augenhöhe, der Sicht eines Flaneurs entsprechend, aufgenommen, entfalten die zumeist menschenleeren Motive durch die Wahl des Bildausschnittes eine bühnenhafte Wirkung. Hinzu kommen atmosphärische Wirkungen durch Spiegelungen und lichtmalerische Effekte, die - einst als Fehler interpretiert - schließlich eine nachhaltige Rezeption vor allem durch Fotografen des Surrealismus wie Berenice Abbott und Man Ray erfahren sollten.
 
Bereits zu Lebzeiten begann Atget zur Sicherung seines Lebensunterhaltes, Arbeiten sowohl als Vorlagen an Maler sowie an städtische Institutionen zu verkaufen. Zu einem steigenden Bekanntheitsgrad, vor allem in Amerika, trug in erheblichem Maße Berenice Abbott bei, die nach seinem Tode einen großen Teil des fotografischen Nachlasses erwarb. Im Jahre 1968 veräußerte sie die Arbeiten an das Museum of Modern Art in New York.

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