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BIOGRAFIE

Cy Twombly, Bomarzo, 1963

 
Cy Twombly (1928-2011) gehört zu den Hauptvertretern der internationalen Avantgarde seit dem Aufkommen des Abstrakten Expressionismus in New York.
 
1951 studierte Twombly in New York, wo er Robert Rauschenberg kennenlernte und mit ihm seine Studien am Black Mountain College in North Carolina fortsetzte. 1952 und 1953 führten ihn erste Reisen nach Nordafrika und Europa, vor allem aber in die Kunstzentren Italiens, das zu seiner Wahlheimat werden sollte. Hier entdeckte er erste Anregungen für seine künstlerische Zeichensprache. Die in Italien vorgefundene reiche Historie führte ihn zu einer intensiven Beschäftigung mit geschichtlichen und mythologischen Stoffen, die er in einer äußerst differenzierten, mehrere Techniken einbeziehenden Bildsprache behandelte.
 
Sowohl für seine großformatigen Leinwandarbeiten als auch für die Papierarbeiten ist der vielfältige Gebrauch verschiedener Techniken charakteristisch. Bleistift, Ölkreide, Öl und Wandfarbe gehen eine ästhetische, oft haptische Verbindung mit dem Papierträger ein. Gerade bei den Arbeiten auf Papier hat der oft beschriebene grafische Charakter seiner Arbeiten eine besonders spontane, kaligrafische und doch ungeheuer konzentrierte Wirkung. Kreise, Schleifen, Gekritzel in geduldiger Wiederholung einer Geste neben pastosen Farbspuren und gekrakelten Schlieren in zurückgenommenen Farbtönen lassen plötzlich Buchstaben und Worte erkennen - ohne jedoch ihre Bedeutung preis zu geben. Zeichen und Bezeichnetes haben bei Twombly keine feste Zuordnung. Erst in der eingehenden Sicht auf sein Lebenswerk lässt sich aus der spontanen Geste, den minimalistischen Notaten, ein eigenes bisher nicht enträtseltes Zeichensystem oder Repertoire erschließen, welches immer wieder die mediterrane Kultur, Mythologie, Literatur und Geschichte assoziiert. Twombly nähert sich dabei respektvoll, sucht und umkreist seine Sujets, wobei ihm wie kaum einem anderen Künstler die Verbindung von Lyrik und Malerei gelingt.
 
Cy Twombly verstarb 2011 in Rom.

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